Das Deutsche Sport & Olympia Museum zeigt am 10. November 2021 von 19 – 21 Uhr eine Filmpräsentation zu den Olympischen Spielen von 1964

Tokio wird in der olympischen Geschichte mit einem Alleinstellungs-merkmal verbunden bleiben: Erstmals mussten die Spiele verschoben und unter Ausschluss von Zuschauerinnen und Zuschauern durchgeführt werden. Die sich damit verbindenden Frage bilden eine gleichsam aktuelle Folie für einen Blick zurück.

Vor 57 Jahren nämlich stand die japanische Hauptstadt schon einmal als Austragungsort im olympischen Fokus. Seinerzeit bestimmte keine Pandemie das Koordinatensystem der Spiele, sondern die politische Großwetterlage. Drei Jahre nachdem der Bau einer Mauer die

Teilung der Welt in Ost und West zementiert hatte, war das große Friedensfest des Sports mehr denn je zum Spielball der Mächte mutiert. Umso absurder mag es heute erscheinen, dass auf Anordnung des Internationalen Olympischen Komitees noch einmal eine gesamt-deutsche Mannschaft in die Arena einzog. Dabei handelte es sich freilich um eine Art Schein-Ehe, die umso schmerzlicher vor Augen führte, dass auch und nicht zuletzt die Olympischen Spiele als eine bevorzugte Bühne des Kalten Krieges und des Wettkampfs der Systeme genutzt, nein missbraucht wurden.

Diese und andere Implikationen der Olympischen Spiele von 1964 sind sehr eindrucksvoll in der filmischen Dokumentation „Die Kalten Ringe“ ins Bild gesetzt, die auch die Erinnerungen solcher nutzbar macht, die in der vereint-geteilten Mannschaft für Deutschland an den Start gegangen sind.

Wir freuen uns sehr, den Film in Anwesenheit der beiden Autoren, Thomas Grimm und Dr. René Wiese, präsentieren und dabei Jürgen May begrüßen zu dürfen. Der herausragende Mittelstreckler wurde als Weltrekordler in der DDR gefeiert und als „Sportler des Jahres“ geehrt, bis er drei Jahre nach den Tokio-Spielen eine Chance zur Flucht nutzte, um im Westen eine neue (sportliche) Heimat zu finden.

Die Veranstaltung wird gefördert durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

 Über das Deutsche Sport & Olympia Museum:

Das Deutsche Sport & Olympia Museum stellt Exponate aus fast 3.000 Jahren Sportgeschichte aus. Jährlich besuchen 100.000 Gäste die Ausstellungen. Das Museum liegt im Kölner Rheinauhafen und zählt aufgrund seiner Lage und mit seinen spektakulären Sportplätzen auf dem Dach zu den attraktivsten Eventlocations an der Rheinpromenade und ist Anlaufstelle für aktive Schulausflüge mit besonderem Charakter.