Fasten in Zeiten von Corona – auch das noch?

Warum eine Alkoholpause eine echte Chance für die Gesundheit bietet

Am Aschermittwoch fiel für etliche der Startschuss für eine Fastenkur und damit der Verzicht etwa auf bestimmte Speisen, Getränke oder Genussmittel. „Fasten beginnt im Kopf“, sagt Dr. Anja Luci, Ernährungsexpertin der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Welche Art des Fastens Sie auch immer wählen, ob Heil- oder Intervallfasten, Fasten mit Säften oder Eiweiß-Shakes: Der entscheidende Schlüssel für erfolgreiches Fasten liegt darin, dass man es wirklich will und sich darauf einlässt.“

Warum nicht auch während der Corona-Pandemie einmal in sich kehren und sich seine Ernährungssünden bewusst machen? Dazu zählen zum Beispiel zu viel Kaffee am Morgen, Süßigkeiten am Arbeitsplatz, Chips und Co. vor dem Fernseher und beim Surfen im Internet oder zu deftiges Essen vom Abhol- und Bringservice. Hier bietet die Fastenzeit mit ihrem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel eine große Chance für die Gesundheit.

„Das sollte in diesem Jahr besonders für den Alkoholgenuss gelten“, schlägt Anja Luci vor. „Denn viele Menschen trinken seit der Pandemie deutlich mehr als zuvor.“ Das zeigt eine Forsa-Umfrage von Ende 2020 im Auftrag der KKH: Demnach konsumiert fast ein Viertel derjenigen, die ohnehin schon mehrmals wöchentlich Wein, Bier, Sekt oder Hochprozentiges konsumieren, seit der Krise häufiger solche Genussmittel.

Doch gerade in der Pandemie verzichten die Menschen ohnehin schon auf Vieles. Ist nicht gerade in dieser Zeit das tägliche Glas Wein, die Flasche Bier und das ein oder andere Schnäpschen als willkommene Ablenkung und Seelentröster erlaubt, um Langeweile oder Sorgen und Ängste zu vertreiben? Luci: „Betrachten Sie die Fastenzeit als eine Art Initialzündung zu einem Neustart zu Gunsten einer gesünderen Lebensweise. Machen Sie sich bewusst, dass Alkohol ein nicht zu unterschätzendes Zellgift ist, das dauerhaft Organe schädigen und schwere Krankheiten hervorrufen kann.“

Alkohol-Fasten wiederum wirkt sich positiv auf den Blutdruck, die Qualität des Schlafs und das allgemeine Wohlbefinden aus. Und wer langfristig weniger Alkohol trinkt, reduziert das Risiko für viele schwere Erkrankungen. Und einen psychologischen Nebeneffekt hat das mehrwöchige Fasten auch noch: Durch den bewussten Verzicht wiegen die Lockdown-Maßnahmen eventuell weniger schwer und lassen sich dadurch leichter ertragen. „Wer liebgewonnene Rituale oder Laster entbehrt, besinnt sich auf das Wesentliche“, so Anja Luci.

Um den persönlichen Alkoholkonsum zu ermitteln und in den Griff zu bekommen, bietet die KKH den Online-Test „Trinke ich zu viel Alkohol?“ an: kkh.de/leistungen/praevention-vorsorge/suchtpraevention/alkohol/alkoholtest.

Foto: olegkruglyak3 – stock.adobe.com

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