Ordnungsdienst stellt neun Hunde sicher

Keine ordnungsgemäße Haltung – Ermittlungen wegen Tierwohlgefährdung

Mitarbeitende des Ordnungsdienstes der Stadt Köln und Veterinärinnen des Umweltamtes haben am Dienstag, 2. November 2020, neun Hunde im Stadtbezirk Nippes mit Unterstützung der Feuerwehr und der Polizei Köln sichergestellt. Zuvor hatten diese die nicht ordnungsgemäße Haltung der Tiere festgestellt. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Köln öffneten die Schlösser der Zwinger und brachten die Vierbeiner mit zwei Einsatzfahrzeugen der Tierrettung zur weiteren Unterbringung in ein Tierheim. Die Veterinärdienste ermitteln wegen Tierwohlgefährdung.

Am Montagabend erhielt der Ordnungsdienst der Stadt Köln über sein Service-Telefon (0221/221-32000) den Hinweis eines Bürgers, dass sich auf einem Grundstück mehrere verwahrloste Hunde in Zwingern befänden und lautstark bellten. Vor Ort fanden zwei Mitarbeitende im Dunkeln ein abgeschiedenes Grundstück im Grünen mit mehreren verschlossenen Parzellen verschiedener Pächter vor. Bei einer Parzelle war die Tür geöffnet, so dass die Einsatzkräfte diese in Augenschein nehmen konnten.

In der verwahrlosten und vermüllten Parzelle entdeckten sie im vorderen Bereich vier Zwinger. Darin befanden sich ein Kangal- und ein Cane Corso-Rüde. Beide Tiere waren sehr abgemagert und wirkten verstört. Im hinteren Bereich der Parzellen entdeckten die Ermittler in einem verdreckten und vermüllten Verschlag weitere drei Zwinger mit einem Bull-Terrier, einem Schäferhund und einem jungen American Staffordshire-Terrier. Auch diese Hunde waren abgemagert und wirkten verstört.

In allen Zwingern befand sich sehr viel Hundekot, vor Ort lag ein beißender Geruch aus Urin und Hundekot in der Luft. Die fünf Tiere hatten weder Futter noch Wasser in ihren Näpfen. Hinzugerufene Tierretter der Feuerwehr versorgten die Hunde mit Trockenfutter. Wegen der starken Dunkelheit vereinbarten Feuerwehr, Polizei, Veterinärdienste und Ordnungsdienst eine gefahrlose Sicherstellung am nächsten Tag im Hellen, damit die amtlichen Tierärzte die Vierbeiner vorher in Augenschein nehmen können.

Dienstagvormittag trafen zwei Mitarbeitende des Ordnungsdienstes und zwei amtliche Tierärztinnen vor Ort ein – unterstützt von zwei Mitarbeitenden der Polizeiwache Chorweiler. Im Hellen offenbarten sich den Einsatzkräften die schlechten Haltungsbedingungen der Tiere in der besagten Parzelle: Hundekot schimmelte bereits in den Zwingern. Bei den abgemagerten, teils verängstigten Tieren waren der Knochenbau und Hautekzeme zu erkennen. Die Tiere bellten um Aufmerksamkeit, freuten sich sichtlich wieder Menschen zu sehen. Die Tierrettung der Feuerwehr und die Mannschaft eines Löschfahrzeugs wurden zur Unterstützung hinzugerufen, um die Zwinger zu öffnen und die Tiere zu transportieren.

Vom Grundstück hörten die Einsatzkräfte weiteres Hundegebell und verschafften sich Zutritt zu einer anderen Parzelle. Dort stellten die Veterinäre vier Englische Bulldogen sicher, die offenbar zur Zucht dienten. Eine Hündin befand sich in einem Zwinger, daneben in einem weiteren Zwinger ein Rüde. In einem dritten Zwinger befand sich ein Bulldogen-Pärchen – offenbar zur Verpaarung. Die Tiere wirkten, wie bereits in der ersten Parzelle, allein gelassen. Hundekot lag in den Zwingern, Futter und frisches Wasser waren ebenso Fehlanzeige. Die Tiere machten einen teils nervösen, teils verängstigten Eindruck.

Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr öffneten die Schlösser der Zwinger, so dass die Tierretter der Feuerwehr nach und nach den neun Tieren problemlos Halsband sowie Leine anlegen konnten und diese in die Spezialfahrzeuge führten. Anschließend wurden die neun Hunde in ein Tierheim transportiert. Dort werden sie von den Veterinären noch genauer untersucht. Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen dauern an.

Foto: Stadt Köln