Spätsommer, der Herbst nicht mehr weit – die klassische Zeit fürs Pilze sammeln. Ein wunderbares Hobby, in der Natur, nahe der Erde – aber nicht ganz ungefährlich. Man muss sich schon auskennen, damit der Gaumenschmaus auch bekommt.
So sieht zum Beispiel der schmackhafte Champignon dem hochgiftigen grünen Knollenblätterpilz recht ähnlich. Immer wieder kommt es zu Pilzvergiftungen. Wie ist das bei Ihnen, wagen Sie sich ans Pilze sammeln? Würden Sie die von Freunden oder Familie gesammelten Pilze essen?

Wir fragen Sie:
 

UMFRAGE: Wagen Sie sich ans Pilze sammeln?

 

Marlies Fontes, Immendorf, ehrenamtliche Naturschutzwartin
 

Ich würde mir es nicht zutrauen, Pilze zu sammeln, dafür kenne ich viel zu wenig damit aus. Wenn ich es machen wollte, würde ich erst ein Kurs oder etwas in der Art machen, um mich zu schulen. Da muss man schon vorsichtig sein, es muss ja nicht sein, dass man die falschen Pilze isst und nachher eine Vergiftung hat.

Wenn Freunde sammeln würden und sie würden sagen, wir kennen uns aus, die sind in Ordnung, dann für ich die Pilze essen. Ich muss aber sagen, ich bin ohnehin ein großer Pilzesser.

Wenn Leute das als Hobby machen für den Eigenbedarf, finde ich das in Ordnung. Aber es sollte nicht unbedingt ein Volkssport werden oder man hört ja manchmal, dass Leute richtig zum Verkaufen sammeln. Das finde unter dem Naturschutzaspekt nicht in Ordnung, denn die Pilze sind auch wichtig für den Wald. Alles in Maßen.

 

Johann Dahmen, Zollstock
 

Nein, ich würde keine Pilze sammeln und ich würde auch die von anderen selbst gesammelten Pilzen nicht essen. Pilze ja, aber dann doch lieber die Gekauften. Ich habe einen Schrebergarten und da baue ich alles möglich an. Ich habe Pflaumen, Beeren, Äpfel, Rhabarber, Kohlrabi, Paprika, Peperoni. Das macht Spaß, ich ernte und esse die Sachen auch sehr gern. Aber Pilze sammeln – nein. Ich hätte Sorge, dass man sich vergiftet.

 

Kurt Schreiner, Sürth
 

Unschöne bis dramatische Pilzgeschichten, die in meinem Bekanntenkreis kursierten, hielten mich zeitlebens davon ab, Pilze für den eigenen Verzehr zu sammeln. Aber nicht davon, hin und wieder den Einladungen zu einem Pilze-Essen in die Eifel zu folgen. Ein befreundetes Paar wohnt dort seit langem in waldreicher Landschaft bei Nettersheim. Es war ihm zur Gewohnheit geworden, manche Spaziergänge und Wanderungen in die nähere Umgebung mit der Pilzsuche zu kombinieren. Dass die beiden heute noch leben, spricht dafür, dass sie es rechtzeitig gelernt hatten, genießbare von ungenießbaren Pilzen zu unterscheiden. Ich begleitete sie bisweilen auf ihren Expeditionen und wurde dabei von den beiden Pilz-Spezialisten “aufgeklärt”. Die komplizierten Lehrstunden über die Unterscheidungsmerkmale führten aber letztlich bei mir nur dazu, dass ich noch weniger den Drang verspürte, mich in eigener Regie und ohne einen “Lehrmeister” an meiner Seite auf die “gefährliche” Pilze-Suche zu begeben.

Verlangt es mich nach einem Pilzgericht, wähle ich den (unsportlicheren) Weg zum benachbarten Supermarkt. Meine Eifelfreunde würden nur mitleidig mit den Köpfen schütteln.

 

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