Notlüge: In Sprichwörtern kommen Lügen nicht gut weg. Es heißt „Ehrlich währt am längsten“ oder „Lügen haben kurze Beine“. Aber Studien zufolge lügen wir alle täglich bis zu 200 Mal. Oft sind es kleine Unwahrheiten, die wir „Notlügen“ nennen. Wir sagen die Unwahrheit, um jemand anderen nicht zu verletzen oder um uns Ärger zu ersparen, wie „das war aber lecker“, auch wenn das Essen uns gar nicht geschmeckt hat oder „ich muss noch arbeiten“, wenn wir keine Lust auf eine Verabredung haben. Kennen Sie das?

Wir fragen Sie: 

Wann greifen Sie zu Notlügen?

 

Pfarrer Klaus Eberhard, Evangelische Philippus-Kirchengemeinde, Raderthal
 

Ja klar, ich kenne Notlügen. Zum Beispiel war ich gerade jetzt in der Versuchung, Ihnen zu sagen, ich habe die Mail zu spät gelesen, da ich mich vor so einem sensiblen Thema gerne drücke.

Ich greife schon mal auf Notlügen, weil ich zum einen keinen gerne etwas Verletzendes sagen möchte und beschönige dann tatsächlich auch Dinge, die der Realität so nicht entsprechen. Auch das ist auch schon wieder beschönigt. Das ist halt eine Notlüge.

Manche Notlüge lege ich mir auch selbst zurecht, damit ich Menschen auf Distanz halte und nicht vereinnahmt werde. Ich arbeite aber daran, dass ich da ehrlicher werde und den Menschen klar sage, was ich jetzt will beziehungsweise nicht will.

Grundsätzlich hoffe ich doch, dass ich da nicht zu sehr abgestumpft bin und das Notlügen zur Gewohnheit geworden ist – wobei die Statistik da klare Zahlen sagt (seufz). Ich hoffe, dass sich da doch noch mein Gewissen meldet. Ehrlichkeit ist für mich schon für eine gute Vertrauenskultur sehr wichtig.

 

Michael Roske, Leiter Johannes-Gutenberg Realschule Godorf

 

Eigentlich bin ich sehr authentisch und greife nicht oft zu Notlügen. Auch wenn mir das Essen bei einer Einladung zum Beispiel nicht schmeckt, sage ich das schon. Ich sage nicht“ Das schmeckt nicht“, das ist ja Geschmacksache, sondern „das ist nichts für mich“. Oder wenn ich mich nicht verabreden will, sage ich das dem anderen, dass mir gerade nicht so danach ist. Natürlich freundlich, aber ich meine schon, dass man sich nicht verstellen soll.

 

Anne Merkenich, Rondorf
 

„Den Studien zufolge lügen wir alle täglich bis zu 200 Mal“. Das kann ich einfach nicht glauben! Diese Studie würde ich gerne einmal lesen, da ich für mich das Gefühl habe, nur ganz selten zu lügen. Kürzlich musste ich allerdings einmal zu einer SOZIALEN LÜGE greifen, um schwererkrankte Freunde nicht zu verletzen und zu schützen.

Wussten Sie schon, dass es sogar Lügen im Tierreich gibt und die Tiere tierisch gut schwindeln können?

 

Vorherige Umfragen ansehen >>>