Dieses Jahr ist alles anders. Seit März hat Corona die Welt im Griff und macht auch vor dem Karneval nicht halt. Lange haben die Karnevalisten gehofft, die Session zumindest in abgespeckter Version starten zu können. Aber nun steht fest: Es wir auch keine Sessionseröffnung im Fernsehen geben, keine Live-Sendung aus der Eventlalle des Festkomitees Kölner Karneval am Maarweg. Stattdessen will der WDR Erinnerungen und Bilder aus vergangenen Sessionen zeigen, um das karnevalistische Herz ein wenig zu trösten nach dem Motto „Karneval auf dem heimischen Sofa“.

 

Wir fragen Sie:

Wie kommen Sie damit zurecht? Was machen Sie am 11.11.?

 

Günter Wehner, 68, Weiß, seit 1982 bei den Kapelle Jonge Köln-Weiss 
 

Ich persönlich bin am 11.11. noch nie nach Köln gefahren. Das hört sich blöd an, aber einer musste im Büro die Stallwache halten. Dafür habe ich immer den Rosenmontag frei gemacht. Am 11.11. habe ich also normal gearbeitet, nur abends ein Bierchen getrunken in meiner Stammkneipe in Weiß. Deswegen wird der Tag dieses Jahr für mich gar nicht so viel anders, nur der Umtrunk in der Dorfkneipe fällt weg. Vielleicht trinke ich am Abend ein Bierchen zu Hause, das mache ich von der Tagesstimmung abhängig. Für alle, die immer am 11.11.nach Köln gefahren sind, ist es natürlich ein großer Verlust. Aber ich glaube, in Anbetracht der Situation kann man einmal drauf verzichten. Wir setzten auf aufs nächste Jahr!

 

Wilfried Widdig, Rondorf, Löstige Öhs, Prinz der Altgemeinde Rodenkirchen 2013
 

Es ist eine Umstellung. Ich gehe diesen 11.11. ganz normal arbeiten, werde mir nicht frei nehmen wie sonst immer. Das ist, seit ich im Karneval aktiv bin – ich bin seit 1981 bei den Löstigen Öhs – das erste Mal. Ansonsten habe ich am 11.11. immer etwas gemacht! Das fühlt sich jetzt ganz komisch an. Aber anders macht keinen Sinn, sonst besteht die Gefahr, dass sich der Virus noch mehr verbreitet. Ich hoffe auch, dass die Stadt rigoros vorgeht, sollten sich Feiernde auf den Straßen treffen. Ganz übergehen werde ich den Tag aber nicht, dazu bin ich zu sehr Karnevalist. Abends werde ein bisschen Karnevalsmusik hören und dazu ein Fläschchen Bier aufmachen. Vielleicht kommt ein Freund vorbei, ansonsten auch alleine. Unsere Benefizveranstaltung, die am 31.Januar stattfinden sollte, habe wir jetzt auch abgesagt, es alles keinen Sinn. Wir hatten dieses Mal einige hochkarätige Künstler dabei, die haben aber schon zugesagt, dass sie auch 2021bei uns auftreten werden.

 

Rosa Bianco, 54, Zollstock, Superjecke
 

 

Es ist einfach nur schrecklich, dass uns Corona den 11.11. wegnimmt, jedoch habe ich hundert Prozent Verständnis für diese Entscheidung! Wie OB Reker schon sagte: “Köln ist eine Karnevalshochburg und das sollte so bleiben…..und keine Coronahochburg” (oder so ähnlich). Natürlich hat mich die Nachricht sehr getroffen, als ich erfahren habe, dass die WDR Übertragung gecancelt wurde. Wir haben uns SOOOOOOOOO darauf gefreut. Wir  – Steffi und ich – wollten es uns am 11.11. auf dem Sofa gemütlich machen und diese Sendung schauen. Natürlich vorher gemeinsam schön verkleiden…… Nunja, 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Das Wichtigste ist, dass ich mit Steffi am 11.11. um 11:11 Uhr zusammen bin und wir gemeinsam in die Session starten. Das hat Tradition und das kann uns Corona nicht nehmen! Alles etwas anders als sonst, doch da müssen mer nun durch. Irgendwann werden wir die Situation mit Corona im Griff haben. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Schunkeln und Singen an einer proppenvollen Theke. Bis dahin komme ich persönlich mit der Vorfreude aus. Einfach das Beste aus der Situation machen.