Gerade sind schwere Zeiten für viele. Sorge um die Gesundheit, um die alten Eltern, herbe finanzielle Einbußen, Existenzängste. Aber auch ohne Corona gibt es immer wieder mal schwierige Phasen im Leben. Wir fragen Sie:

Wie machen Sie sich Mut in schweren Zeiten?

 

Claudia Franzen, Sürth, Malerin
 

Dieses ist eine echte Bewährungsprobe, auch 2021 wird das sein. Es fehlen mir immens die sonst jährlich stattfindenden Ausschreibungen für Ausstellungen im In- und Ausland. Dabei sind Ausstellungen, ihre Präsentationsflächen eminent wichtig für meine eigene Werbung und   Kundenpflege. In diesen schweren Zeiten mache ich mir Mut, in dem ich mir vor Augen führe, dass mir auch in diesem Jahr viele große und kleine Sammler treu geblieben sind. Kraft ziehe ich auch durch die gelebte und erworbenen Nähe im Innenverhältnis Kunde und Künstler und durch das Gefühl, dass wir im auch Privaten „mit Abstand“ näher gerückt sind. Mut mache ich mir auch, indem ich auf das Positive schaue: Es ist mehr Zeit übrig – relativ- um zuzuhören, sich im Dialog zu üben…und das bringt uns Menschen näher, mein Wunsch ist, es auch zu bewahren! Corona bedeutet eine Zwangspause für eine erschöpfte und überreizte Gesellschaft und darin verbirgt sich eine Chance zur Korrektur! Meine Hoffnung und mein Optimismus beruhen auf genau diesem Gedanken des Atemholen, Innehalten und Miteinander! Meine Zuversicht ist aber auch durch meine Tätigkeit als Malerin gestärkt und geschult.

 

Karl Ettelt,  S.V. Rot Weiss Köln-Zollstock 05 e.V.
 

Normalerweise ziehe ich immer viel Kraft aus der Familie. Jetzt zur Corona-Zeit telefoniere ich viel mit der Familie und mit Freunden. Außerdem hoffe ich, was Corona betrifft, dass der Impfstoff bald kommt und hilft. Allgemein habe ich von meinen Großeltern und Eltern übernommen, in schweren Zeiten zur Schwarzen Madonna zu gehen und eine Kerze anzuzünden. Das machen sehr viele katholische Kölner und ich glaube daran und ich mache schon mein Leben lang wie viele in unserer Familie. Mein Bruder geht auch. Als meine Frau krank war und zweimal operiert werden musste, sind die Kinder und ich auch zur Schwarzen Madonna und habe eine Kerze angezündet. Das gibt Trost, Kraft und Mut. 

Info
Die Schwarze Mutter Gottes von St. Maria in der Kupfergasse ist eine der beliebtesten Heiligenfiguren der Stadt. Vom frühen Morgen an bis die Abendstunden findet man hier stets Gläubige, die zum Beten hierherkommen und rund 5.000 Opferkerzen in der Woche aufstellen. Auch dass Kölner Dreigestirn stattet der Schwarzen Madonna an jedem Karnevalssonntag einen Besuche ab. Die aus Lindenholz gefertigte Madonna kam 1630 aus Flamen nach Köln, zu finden ist die Kirche, die sie beherbergt, in der Schwalbengasse 1 in der Kölner Innenstadt.

 

Arnold Güttler, Poll/Südstadt, Buchhändler
 

Ich schöpfe Mut aus meiner Lebenserfahrung, da die Zeiten in Polen manchmal sehr hart waren. In den 80er Jahren herrschte Kriegsrecht, wir hatten Lebensmittelmarken und Marken zum Beispiel für zwei Paar Schuhe und zwei Paar Socken pro Jahr. Wir haben da nicht gejammert und wehgeklagt und haben es geschafft. Das stört mich hierzulande, das Jammern und der Egoismus. Ich nehme mir gern auch ein schönes Buch, Erzählungen von Borges oder Dostojewski, manchmal Winnie Puh, trinke Espresso oder Wein und ordne beim Lesen meine Gedanken. Das tut gut und hilft Mut zu schöpfen. Die Sonne kommt immer!